Viele Menschen bedauern, dass Abschied, Tod und Trauer wenig Platz in unserer Gesellschaft finden. Gleichzeitig fehlen ihnen oft die richtigen Worte, um über den Tod zu sprechen und sie wissen nicht, was sie Kindern in verschiedenen Lebenssituationen “zumuten” können.
Das zu ändern hat sich Katharina Grill auf die Fahnen geschrieben und bietet dazu Vorträge für soziale Einrichtungen an. Mit dem Titel: “Kinder und Trauer – Wie wir sie begleiten können” war sie zu Gast bei uns, dem Montessori-Pädagogik Forchheim e. V.
Bei ihrem sehr ansprechenden Vortrag wechselte sie sehr kompetent zwischen informativen Teilen und Bausteinen, die zum Nachdenken anregten. Sie ging flexibel und einfühlsam auf die Fragen der Zuhörer*innen ein und schaffte so eine Atmosphäre, die einlud, von Erfahrungen aus der eigenen Kindheit oder mit Kindern und Enkelkindern im Umgang mit Tod und Trauer zu erzählen. So gelang dem Publikum schon an diesem kurzen Abend der erste wichtige Schritt – Worte für das Schmerzliche zu finden und diese auszusprechen.
Immer wieder betonte die Referentin, wie wichtig es sei, dass schon junge Menschen in Abschieds- und -Trauer-Prozesse miteinbezogen werden, um mit den Ritualen und Gesprächen in die Trauergemeinschaft eingebunden zu sein, den Umgang mit dem Tod oder auch schweren Erkrankungen lernen zu können und die eigenen wichtigen Fragen kindgerecht und ehrlich beantwortet zu bekommen. Neben Tipps und kleinen Geschichten zur Verdeutlichung von bestimmten Situationen oder Stolpersteinen empfahl Frau Grill auch eine kleine Auswahl von passenden Kinder- und Jugendbüchern, mit denen man mit Kindern auch schon vor einem Trauerfall über den Tod ins Gespräch kommen kann.
Trauerkultur generell und auch für Kinder ist als Beitrag zur mentalen Gesundheit wichtig. Sie bereitet auf Abschiede im Leben vor, leistet Beziehungsaufbau, stärkt die eigene Handlungsfähigkeit und eröffnet allen die Möglichkeit, Lebenszeit gut zu gestalten. Ein rundum gelungener und sehr empfehlenswerter Abend!“
(Fanni & Sibylle)
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